Historisches Schlossgebäude in Kassel hinter kahlen Bäumen
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Geschichte

Von der Gründung 1690 durch Landgraf Carl bis zur Kinder- und Jugendhilfe von heute – über 330 Jahre für dieselbe Sache.

1690gegründet
330+Jahre Geschichte
1770eigene Buchdruckerei
1995Ende des Verlags

Historie & Gegenwart

Beständigkeit ist kein Zufall.

Die Stiftung Hessisches Waisenhaus zu Kassel hat Kriege, Zerstörung und mehrere Staatsformen überdauert. Was blieb, ist der Auftrag: für Kinder da zu sein, die Hilfe brauchen.

Aus dem Waisenhaus des 17. Jahrhunderts ist eine moderne Trägerin von Kindertageseinrichtungen geworden – am selben Ort, in der Kasseler Unterneustadt.

Stapel alter, in Leder gebundener Bücher

Die Chronik

Über drei Jahrhunderte.

1690

Die Gründung

Gegründet von Landgraf Carl (1670–1730), zählt das Hessische Waisenhaus zu den ältesten Stiftungen des Landes Hessen. Ursprünglich wurde es zur Beseitigung des „Gassenbettelns“ errichtet: Es unterstützte und beherbergte Arme und Waisen – und nahm sich bald allgemein auch der Pflege verwahrloster Kinder und Jugendlicher an.

Ende 17. Jh.

Reformiertes Waisenhaus und Findelhaus

In der Kasseler Unterneustadt wurden Gebäude errichtet und als „Reformiertes Waisenhaus“ und „Findelhaus“ ausgewiesen. Zeitweilig wurden dort auch altersschwache Personen aufgenommen, Jugendlichen in Heimerziehung eine Berufsausbildung ermöglicht und Findelkinder untergebracht, für deren Pflege Ammen angeworben wurden.

Historisches Schlossgebäude in Kassel
1770

Die Waisenhaus-Buchdruckerei

Durch landesherrliches Rescript vom 30.1.1770 wurde die Hof- und Waisenhaus-Buchdruckerei ins Leben gerufen und der Stiftung angegliedert. Als Regierungsdruckerei sowie Bibel- und Gesangbuchverlag hat sie bis 1995 bestanden.

Gestapelte historische Bücher
1943

Umbenennung und Zerstörung

Im Jahr 1943 wurde das „Reformierte Waisenhaus“ in „Hessisches Waisenhaus“ umbenannt. Durch die Zerstörung Kassels am 22. Oktober 1943 wurde der die Unterneustadt prägende Gebäudekomplex vernichtet.

ab 1945

Arbeit für heimatlose Kinder

Da an einen Wiederaufbau zunächst nicht zu denken war, verlegte die Stiftung ihre Aktivitäten auf die Betreuung streunender und heimatloser Kinder, die im Bad Hersfelder Lager Waldschänke aus den Ostgebieten ankamen. In der Einrichtung „Glimmesmühle“ wurden auch Kinder aus aufgelösten Heimen und erste „Besatzungskinder“ in familienähnlicher Umgebung versorgt.

1954

Jugendwohnheim Wehneberg

Im neu errichteten „Jugendwohnheim Wehneberg“ in Bad Hersfeld konnte rund 60 Kindern ein festes Zuhause geschenkt werden. Mit der veränderten Gesetzeslage wurde der Jugendheimbetrieb ab 1981 obsolet.

ab 2005

Zurück an den Ursprungsort

Durch den Wiederaufbau der Kasseler Unterneustadt wurde dem „Hessischen Waisenhaus“ die Möglichkeit eröffnet, am Ort seiner Entstehung eine Kindertagesstätten- und Hort-Arbeit aufzubauen, die ständig weiterentwickelt wird.

Heute

Moderne Kinder- und Jugendhilfe

Die Stiftung ist heute Trägerin moderner Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe auf Grundlage der §§ 22–26 SGB VIII. In der Tradition des hessischen Landgrafenhauses werden unsere Einrichtungen als evangelisch geprägte Häuser geführt – mit dem Bestreben, jedes einzelne Kind in seiner eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.

Kinder springen über eine Blumenwiese

Unsere Mission

„Mehr als dreihundert Jahre für das Wohl der Kinder.“
Stiftung Hessisches Waisenhaus zu Kassel